Gruppenhaus - Ferienlagerhaus Mittelsäss im schönen Ski- und Wandergebiet Bad Ragaz - Pizol / Heidiland / Schweiz

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Gruppenhaus Mittelsäss: Geschichte

Die Mittelsäss - Hütte auf der Alp Pardiel am Ragazer Pizol wurde gemäss Inschrift auf der Hüttenmauer vor 100 Jahren gebaut. Heute dient die wunderschön gelegene Alphütte als Ferienlagerhaus für Gruppen bis zu 28 Personen.

Die Mittelsäss - Hütte liegt auf der Alp Pardiel auf 1402 m ü.M. im Alpwiesendreieck zwischen Schwarzwald und Gitzichruma. Vor der Hütte eröffnet sich das Panorama von den Churfirsten bis zum Vilan. Zwischen Gonzen und Falknis schweift der Blick weit ins Rheintal, nur begrenzt durch den Alpstein und die Drei Schwestern. Bei optimalen Bedingung sieht man sogar den Bodensee und das deutsche Seeufer.
Früher diente das Mittelsäss zusammen mit dem Untersäss (Halde) und dem Obersäss dem Bestossen der Alp Pardiel. Der alte Alpweg führte bis zur Halde. Das Mittel- und das Obersäss konnten nur zu Fuss erreicht werden. Transporte von und zu den Alphütten wurden mit dem "Redig" (Einachser mit Pferd) oder beschwerlich mit Handschlitten vorgenommen. In der Regel arbeiteten auf der Alp ein Senn, zwei "Zuasenna", zwei "Chüer" und ein "Patzger" (Junge der Hilfsarbeiten verrichtete). Die Alp wurde mit bis zu 120 Kühen bestossen. Besuch erhielten die Älpler nur vom damaligen "Geissler" Heini Kilchmann, der täglich 70 bis 80 Ziegen aus dem Dorf Bad Ragaz auf die Alp und manchmal bis ins Zanuz trieb oder von den "Beeriwiiber", die beim Sammeln von Heidelbeeren bis in das Alpgebiet gelangten. Später amteten Sepp Aggeler und zuletzt Albert Herrmann als "Geissler".
Mit den Jahren wurden weniger Kühe, dafür mehr Rinder auf die Alp getrieben. Das Mittelsäss verlor an Bedeutung und wurde nicht mehr genutzt. Im Jahre 1954 brannte die Haldenhütte einen Tag vor dem Weiterziehen ins Obersäss mitsamt dem bereits produzierten Käse und "Schmalz" bis auf die Grundmauern ab. Damit die Kühe trotzdem gemolken werden konnten, mussten neue Melkeimer aus dem Tal auf die Alp gebracht werden. Im Herbst befand sich die neue Haldenhütte noch im Rohbau. So wurde das Mittelsäss ein letztes mal für die Herstellung von "Schmalz" und Käse genutzt. Es wird erzählt, dass das blumengeschmückte "Chäs - Chessi" vor der Milchzentrale in Bad Ragaz aus dem Mittelsäss stammen soll.
Im Jahre 1958 gründete die Ortsgemeinde Bad Ragaz eine Waldarbeitsgruppe, die ihren Dienst in der näheren Umgebung des Dorfes bis hinauf zur Alp Pardiel verrichtete. Mit dem Bau der Strasse um 1960 bis ins Mittelsäss, wurde die Hütte von der Forstgruppe bewohnt. Sepp Triet führte die Arbeiter mit seinem Land Rover (Der später von Mitgliedern des Verein pro Mittelsäss gekauft wurde und heute für Transportfahrten und Vermietungen genutzt wird) am Montag Morgen zur Hütte und holte sie am Samstag Mittag wieder ab. Der Förster Abraham Wiedrig teilte die Arbeit den Mitgliedern der Forstgruppe zu, die aus Hans Behlinger, Bernhard Danuser, Robert Locher (Schlösserli), Hans Rankweiler und Taglöhnern bestand. Die Forstgruppe nahm auch Reparaturen und Verbesserungen am Mittelsäss vor. So wurde über der Küche ein Boden eingebaut, um die Wärme in der Hütte zusammen zu halten. Die Forstgruppe logierte während 15 Jahren im Mittelsäss. Danach stand das Mittelsäss wieder leer und ungenutzt.
Die Pfadfinderabteilung Ital Reding Bad Ragaz organisiert jedes Jahr mit allen Leiterinnen und Leitern ein Winterlager (WILA) zwischen Weihnachten und Neujahr. Da einfache und günstige Unterkünfte bevorzugt werden, standen die 3 Alphütten auf der Alp Pardiel immer hoch im Kurs. Zuerst wurde das Lager in der Haldenhütte durchgeführt. Als die Halde nur noch für die Alpwirtschaft zugänglich wurde, verlagerte man das WILA ins Obersäss. Mit dem Umbau des Obersäss zu einem schönen Lagerhaus wäre das WILA zu teuer geworden. Es blieb nur noch das Mittelsäss übrig. Im Winter 1983 transportierten die PfadileiterInnen zum ersten mal Tische, Bänke, Geschirr und Proviant ins Mittelsäss. Die primitiv eingerichtete Hütte hatte ihren besonderen Reiz. Mit einfachen Mitteln wurde Verbesserungen vorgenommen und Löcher gestopft. Die Hütte wurde von Jahr zu Jahr behaglicher und wohnlicher. Über 5 Winterlager wurden in der Hütte durchgeführt. Dann entschied sich die Ortsgemeinde die Hütte zu sanieren und zu verpachten. Dies war mit der Bedingung verknüpft, dass die Hütte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. So entschlossen sich 8 Pfadileiter den Verein pro Mittelsäss zu gründen und die Hütte in Pacht zu nehmen mit dem Ziel, die Alphütte zu einem einfachen und günstigen Ferienlagerhaus auszubauen. Um die Ortsgemeinde von dem Projekt zu überzeugen, wurden erste Sanierungsarbeiten an den Innenräumen vorgenommen. Mit dem Zuspruch und dem Pachtvertrag wurde die Hütte in den Sommerferien und zwischen Auffahrt und Pfingsten auf den heutigen Stand gebracht. Die ersten Vermietungen kamen 1991 zu Stande, und der Kundenkreis erweiterte sich durch Weitererzählen, Einträge in Hüttenverzeichnisse und der Aufschaltung einer Homepage auf die ganze Schweiz und den südlichen Teil von Deutschland. Heute zählen verschiedene Jugendgruppen, Familien und Firmen zu den Stammgästen. Ebenfalls wird das Mittelsäss gerne für Geburtstagsfeste, Klassenzusammenkünfte, usw. genutzt. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Mittelsäss aber fest für die LeiterInnen der Pfadi Ragaz reserviert.